Brückenbauen mit Derdianern und Entwicklungshelfern

Spezialkurstag für Jugendliche über das Zusammenleben verschiedener Kulturen

Die Begegnung mit Menschen aus einer fremden Kultur kann spannend sein und eine Menge Fragen aufwerfen. Das erlebten am Samstag, den 30. Juni rund 15 junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Jugend bei einem Spezialkurstag. Diese Kooperationsveranstaltung der Dekanatsbezirke Regensburg und Cham stand unter dem Motto „Interkulturelle Spiele – Lernt euch besser kennen“. Die Ehrenamtlichen schärften dabei auf spielerische Weise ihren Blick für ein gutes Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft. Als Referentin konnte dafür Katarzyna Brzezinski, die Migrationsbeauftragte der Evangelischen Jugend im Donaudekanat Regensburg, gewonnen werden. Nach einigen Kennenlernspielen konfrontierte sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Planspiel: Das fiktive Volk der „Derdianer“ und eine Gruppe von „Entwicklungshelfern“ sollten gemeinsam aus verschiedenen Materialien eine Brücke bauen. Dabei hatten beide Parteien allerdings unterschiedliche Vorstellungen, wie das vor sich gehen könnte. Während die Entwicklungshelfer eine funktionelle und kostengünstige Brücke möglichst schnell bauen wollten, hatten die Derdianer eine möglichst schöne Brücke im Sinn. Außerdem war es ihnen wichtig, mit den Entwicklungshelfern in Kontakt zu kommen, ihre Geschichten zu hören und selbst welche zu erzählen, weswegen sie die Arbeiten gerne für viele Pausen unterbrachen. Konflikte waren also vorprogrammiert! Die zwei Teilnehmerinnen Steffi Alber aus Bodenmais und Veronika Schnellinger aus Regensburg kommentierten: „Wir wären am Anfang fast aufeinander losgegangen, dabei wollten wir doch das gleiche. Es hat lange gedauert, bis wir aufeinander gehört haben. Aber dann hat es ganz leicht funktioniert.“

Katarzyna Brzezinski zeigte sich erfreut über das große Engagement und die Kompromissbereitschaft der Jugendlichen: „Wir haben uns an diesem Tag in den Spielen bewusst mit erfundenen Kulturen auseinander gesetzt. Mir war wichtig, dass die Jugendlichen völlig frei von den Vorurteilen oder eigenen Erfahrungen aus der Realität verstehen können, wie Kommunikation und das Miteinander zwischen Kulturen laufen kann damit es funktioniert. Dabei ist es erst einmal nicht so wichtig, ob die Religion oder das Herkunftsland das unterscheidende Merkmal ist, sondern dass die Jugendlichen einen offenen, ehrlichen und interessierten Umgang miteinander einüben. Und ich glaube, das haben sie durch diesen Tag heute geschafft.“

 

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