Landkreis/Alteglofsheim. (gf) Beim am Mittwoch stattgefundenen Jugendbeauftragtentreffen des Kreisjugendringes Regensburg in Alteglofsheim ging es inhaltlich um neue Medien. Die Medienbeauftragte des Bezirksjugendringes Oberpfalz, Alexandra Lins, referierte zum Mobilfunkverhalten junger Leute  mit dem Titel "Gehörst du schon zum alten Eisen? Apps, Mobile Games und Instant Messengers“.“ Das nächste Treffen der Jugendbeauftragten findet am 9. November statt mit dem Schwerpunkt Erfahrungsaustausch.

Die stellvertretende Kreisjugendringvorsitzende Gerlinde Fink dankte eingangs den Teilnehmern für Ihr Kommen, sowie der Gemeinde Alteglofsheim mit Bürgermeister Herbert Heidingsfelder und der Jugendbeauftragten Stefanie Lichtenegger für die freundliche Aufnahme, gute Unterstützung und nette Bewirtung. Bürgermeister Herbert Heidingsfelder begrüßte die Gäste ebenso herzlich und betonte in seinem Grußwort die Notwendigkeit der Ehrenamtlichen in den Vereinen, die letztlich vielfach die Jugendarbeit in den Gemeinden leisten. Für die Gemeinden selbst sei die Jugendarbeit enorm wichtig und liege allen am Herzen. Für das Engagement der Jugendbeauftragten, die als Mittler zwischen Jugendlichen und Gemeinden eine wichtige Funktion haben, und ihre geleistete Arbeit dankte er ebenso herzlich.

Im Mittelpunkt des Sommertreffens der Jugendbeauftragten steht immer ein inhaltlicher Teil, wozu man die Medienbeauftragte Alexandra Lins als Referentin gewinnen konnte. Lins stellte eingangs die verschiedenen Projekte des Bezirksjugendrings Oberpfalz vor, wobei die Medienfachberaterinnen Kinder und Jugendliche sowie Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit unterstützen und bei der Produktion von Video-, Audio- und Multimediabeiträgen helfen und auch in allen medienpädagogischen und medienpraktischen Fragestellungen beraten. Hierzu gehören sowohl Handyprojekt für besonders junge Jugendliche im Umgang mit dem Handy oder auch Angebote wie „Bloßgestellt im Netz“. Medienkompetenz, Filmwerkstätten, Fotoworkshops mit allen rechtlichen Hintergründen werden ebenso geschult wie Vorträge und Workshops für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit angeboten.

Im Mittelpunkt des Referats stand das Smartphone, ein mittlerweile unverzichtbares und „überlebensnotwendiges“ Gerät für Jugendliche so die Medienreferentin. Fast nahezu alle Kinder und Jugendlichen ab 10 Jahren besitzen ein Handy. Der Anteil von Smartphones (mit Internetzugang) liegt dabei bei 90 % laut der JIM-Studie von 2014. Handy, Internet und Smartphone sind damit die drei wichtigsten Mediengeräte bei Kinder und Jugendlichen und lösen längst Fernseher und Radio ab. Fast alle Jugendlichen gehen übrigens mit dem Smartphones ins Netz, somit stehen Laptop und Computer schon an zweiter Stelle.

Die wichtigste App ist zweifelsohne „WhatsApp“. WhatsApp ist ein 2009 gegründeter Instant-Massaging-Dienst, der seit 2014 Facebook gehört. Benutzer können über WhatsApp Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien und vieles mehr zwischen zwei Personen oder in Gruppen austauschen. WhatsApp hat weitgehend facebook sowie die zumeist kostenpflichtigen SMS abgelöst. WhatsApp ist genauso nützlich, wie auch nervig. Gerade die ständige Erreichbarkeit bedeute zugleich „digitalen Stress“, der auch den Jugendlichen bewusst ist. „Jugendliche brauchen auch viel Zeit am Handy“, legte Alexandra Lins Fürsprache für die Jugendlichen und ihren Umgang mit dem Smartphone ein. Für eine Entschärfung könnten klare Regeln gelten, so die Anwesenden, die dann jedoch für alle (auch die Erwachsenen) gelten müssten.

Die zweit wichtigste App ist „You tube“, wobei YouTuber mittlerweile richtige Stars in der Welt der Jugendlichen sind. Lins stellte dabei „LeFloid“, „Gronkh“ und Bibis Beauty Palace“ vor. Platz drei belegte Instagramm, das ebenso wie WhatsApp zu facebook gehört. Instagramm ist ein bisschen hipper, cooler und aufgepeppter. Hier würden Fotos ohne Nachbearbeitung nie eingestellt werden. Rasant aufsteigende Zahlen kann „Snapchat“ aufweisen. Wie bei WhatsApp können dort Bilder verschickt werden, die sich aber automatisch nach 10 Sekunden löschen. Daher wird Snapchat auch ein wenig als „Nacktfotoapp“ verschrieen. Die „vermeintliche Sicherheit“ kann leicht zur Falle werden, denn in den 10 Sekunden kann ein Screenshot von den erhaltenen Bildern gemacht werden, die dann dennoch weiterhin als Foto gespeichert bleiben. Hier rät die Medienfachpädagogin allen Jugendlichen: „Macht wenigstens erotische Fotos ohne Euren Kopf darauf!“ Verhindern könne man es eh nicht.

Platz fünf belegt Musical.ly, wobei man hier auch die Möglichkeiten habe, eigene Fotos oder Videos zu veröffentlichen. Hierbei warnt die Expertin vor Problemen mit den Urheberrechten, denn meist werden Songs dabei neu interpretiert. Eine tatsächliche Warnung gibt es von Lins nur bei „Younow.com“, einer Streamingplattform. Hier wird alles sofort live aufgenommen und gesendet und im Chat kann jeder Kontakt zum Jugendlichen aufnehmen. Generell übt das Internet eine große Anziehungskraft auf Jugendliche aus. Die Jugendlichen, die sich in diesem Alter erst finden müssen, erhalten hier Bestätigung, können sich Ausprobieren und es ist ein vermeintlich „elternfreie Zone“, weil viele Eltern mit den verschiedenen Plattformen sowieso überfordert sind. Nicht zuletzt ist der Wunsch nach Zugehörigkeit bei den Jugendlichen groß.

Aber das Internet ist natürlich auch ein öffentlicher Raum, in dem sich nicht nur Jugendliche rumtreiben! Gerade als Alter von 10 bis 15 Jahre, so Lins, sei „Hardcore-Zeit“. In diesem Altern machen viele Jugendliche dann schon mal negative Erfahrungen und werden dann vorsichtiger. Wichtig sei, den Kinder und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln. Von ÜberwachungsApps hält Lins hingegen gar nichts, weil sie nur das Vertrauen gefährden.  Nicht zuletzt bat die Medienfachberaterin auch um Verständnis und Respekt der Faszination der Jugendlichen für diese „Welt“. „Jugendliche unterscheiden nicht zwischen reeller und virtueller Welt.“ Kostenlose Apps, so Lins, seien nicht immer die besten, denn auch diese verfolgen wirtschaftliche Interessen. Für einen Vortragswunsch oder ein Projekt mit dem Bezirksjugendring ist es ratsam, so Lins abschließend, sich frühzeitig um einen Termin zu bemühen, denn die Vorlaufzeit beträgt derzeit etwa ein halbes Jahr. Der Bezirksjugendring Oberpfalz bietet übrigens auch medientechnische Geräte zum Verleihen an. Zum Abschluss gab es noch einen Einblick samt Grußwort vom neuen Jugendamtsleiter Werner Kuhn, der sich bei den Jugendbeauftragten für ihre Arbeit bedankte. Das nächste Treffen findet am 9. November mit einem Erfahrungsaustausch statt.

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