Landkreis/Deuerling. (gf) Beim jüngsten Jugendbeauftragtentreffen am Dienstag spätnachmittags in Deuerling stand der Erfahrungsaustausch auf der Tagesordnung. Zu diesem zweimaligen Treffen im Jahr lädt der Kreisjugendring Regensburg ein, dessen Organisatoren sich besonders freuten, dass trotz des nebeligen Wetter so viele Jugendbeauftragte der Einladung gefolgt sind.

Nach den Grußworten von Bürgermeister Helmut Wich-Fähndrich, in denen er die Arbeit der Jugendbeauftragten mit den Worten „Wir brauchen Menschen, die die Defizite der Gesellschaft auffangen, um die Kinder zur Gemeinschaft zu erziehen“ lobte, informierten die Beteiligten über ihre Arbeit vor Ort.

Edwin Schicker aus Neutraubling sieht seine Aufgabe in der Vermittlung zwischen Stadtrat und den hauptamtlichen Jugendpflegern. Zurzeit hat der Bau des neuen Jugendtreffs Priorität. Tobias Stadler aus Sinzing lobte die Unterstützung durch Bürgermeister Patrick Grossmann. Er sieht sich ebenfalls als Bindeglied zwischen der Gemeinde, der Jugend und dem Jugendpfleger. Als schwierig empfindet er die Stadtnähe seiner Gemeinde.Christian Weiß aus dem Markt Lappersdorf klagte ebenfalls über Schwierigkeiten mit der Stadtnähe, die dazu führe, dass Jugendliche ab dem Teenie-Alter nicht mehr so erreichbar seien. Der Andrang von Jüngeren sei jedoch beim Ferienprogramm und im Jugendtreff kaum zu bewältigen. Im Markt Nittendorf ist Bernhard Ferstl seit zwei Monaten neuer Jugendbeauftragter. Er möchte eng mit den Vereinen zusammen arbeiten und einen Schwerpunkt auf die Alkoholprävention an den Schulen legen. Sieglinde Spangler und Daniela Wohlmuth aus Deuerling sehen es als ihre Aufgabe, der Jugend mit einem Jugendarbeitskreis eine Lobby zu geben. In dem Jugendarbeitskreis arbeiten auch ältere Jugendliche mit, die die sich mit Erfolg im Jugendtreff engagieren. In Bernhardswald ist Elisabeth Pollwein-Hochholzer das Bindeglied zwischen Jugend und Gemeinde. Angedacht sei derzeit die Errichtung eines Jugendtreffs mit dem TSV. Christiane Reinfrank und Wolf-Dieter Schäfer aus Köfering sehen ihr Betätigungsfeld in einer intensiven Zusammenarbeit mit den Vereinen und der Pfarrei. Mit vielen Jugendlichen seien sie seit zehn Jahren zusammen groß bzw. älter geworden. Jugendbeauftragter Christian Gangkofer aus Pfakofen kommt aus der Vereinsarbeit. Erreichbar seien für ihn gut die Altersgruppen bis zu 16 Jahren. Auch er lobte die gute Zusammenarbeit mit Vereinen. Stefan Mirbeth aus Hemau durfte als jüngster Stadtrat das Amt eines Jugendbeauftragten annehmen. Ein Schwerpunkt sei die Migrationsarbeit durch den Jugendtreff in der ehemaligen Post. Ältere Jugendliche seien in den Angeboten durch Musikkonzerte zu erreichen, ansonsten sei es, wie überall schwierig. In Brunn wurde Birgit Scheid als jüngste Gemeinderätin Jugendbeauftragte. Es gebe eine starke Zusammenarbeit mit den Vereinen. Als Jugendtreff dient derzeit ein Bauwagen. Mit musikalischen Angeboten wird versucht, ältere Jugendliche zu erreichen. Bei einigen Gemeinden fehle nach wie vor ein Treffpunkt für Jugendliche, was von Jugendlichen immer wieder bemängelt werde und es daher immer wieder zu Spannungen mit der Bevölkerung führe, so die Jugendbeauftragten, wenn das Bushäuschen als Treff benutzt wird. Dass die Jugend ernst genommen werden will, weiß auch Bernhard Ferstl, der einen gegenseitigen respektvollen Umgang als notwendig erachtet. Wenn man die Jugendlichen ernst nähme, dann kommt man auch bei Problemfällen an sie heran. Aus seiner reichen Erfahrung als „Jugendpolizist“ weiß er auch, dass es sinnvoll ist, die Eltern hier mit ein zu beziehen. Der stellvertretende Jugendamtsleiter Werner Kuhn berichtete über die immer schwieriger werdende Jugendhilfe. Während man sich vor zehn Jahren mit Problemfällen in der Jugend zu kümmern hatte, sind es heute oft schon Kinder. Auch für Bürgermeister Wich-Fähndrich, der auch aus seinem jahrelangen Erfahrungsschatz als Schulleiter an der Clemont-Ferrand-Schule in Regensburg berichtete, führe gerade bei Jugendlichen mit problematischen Familienverhältnissen kein Weg an der Ganztagsschule vorbei. Kreisjugendpfleger Jürgen Soldwisch informierte abschließend noch kurz über die Situationsanalyse 2011 des Kreisjugendringes Regensburg zur verbandlichen Jugendarbeit, da die Zeit weit vorangeschritten war. Die Analyse werde alle vier Jahre durchgeführt. Derzeit seien in 26 Jugendverbänden 45.600 Mitglieder bis zu 27 Jahren vertreten. Zum Abschluss dankte die stellvertretende Vorsitzende, Gerlinde Fink vom Kreisjugendring Regensburg, welche die Veranstaltung moderierte, den beiden Jugendbeauftragten aus Deuerling, für die schöne Ausrichtung der Veranstaltung sowie allen Jugendbeauftragten für ihre engagierte und wichtige Arbeit. Das nächste Jugendbeauftragtentreffen findet am 13. Juni 2012 voraussichtlich in Köfering statt. Angedacht ist als Thema die Jugendarbeit in sozialen Netzwerken.

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