Jugendbeauftragte tauschen ihre Erfahrungen aus

Themen wie Ferienprogramm, Integration und Mädchenangebote wurden diskutiert - Kreisjugendring Regensburg lud zum Erfahrungsaustausch ein

 

Landkreis. In Deuerling trafen sich die Jugendbeauftragten aus 14 Gemeinden im Landkreis Regensburg, um gegenseitig ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Anregungen oder Ideen für ihre Arbeit in den Kommunen mitzunehmen. Zu diesem Treffen lädt seit vielen Jahren der Kreisjugendring Regensburg ein und die Resonanz ist nach wie vor ungebrochen. Dank galt der Gemeinde Deuerling für ihre Gastfreundschaft.

Am Dienstag trafen sich die Jugendbeauftragten des Landkreises Regensburg auf Einladung des Kreisjugendringes Regensburg in Deuerling, wo man zu Gast war im Schulhaus, das auch als Gemeinde- und Jugendzentrum genutzt wird. Bürgermeister Diethard Eichhammer hieß hierzu 19 Jugendbeauftragte aus dem gesamten Landkreis willkommen und betonte, wie wichtig gute Jugendarbeit sei. Sie steigere nicht nur das Selbstwertgefühl der Jugendlichen, sondern fördere diese auch, später wehrhafte Bürger zu werden. Gerade das Zusammenleben von Jung und Alt sollte eigentlich ganz „normal“ sein und das versuche man hier auch im Gemeinschaftshaus zu leben. Den Jugendbeauftragten, so Eichhammer, hätten die Gemeinden viel zu verdankten. Er wüsste sehr genau, was diese leisten und dass es auch in Deuerling ohne die Mitstreiter aus Erwachsenen und Jugendlichen anders aussehen würde. Kreisjugendamtsleiter Karl Mooser, den Gerlinde Fink vom Kreisjugendring Regensburg ebenso herzlich begrüßte und für die hervorragende Zusammenarbeit dankte, stellte beim Treffen seinen Nachfolger Werner Kuhn vor, der der Jugendarbeit ebenso wie er sehr verbunden sei. Bereits am kommenden Dienstag übernehme er die Leitung des Kreisjugendamtes. Mooser ist aber auch weiterhin noch als Leiter der Sozialabteilung bis Februar 2017 im Amt. Mooser lobte die Arbeit der Jugendbeauftragten, die mit dazu beitragen, dass der Landkreis Regensburg einer der Landkreise mit der niedrigsten Delequenzquoten sei. Er warb aber auch darum, dass die Gemeinden bei den Bemühungen im Bereich der Jugendarbeit nicht nachlassen mögen und auch weiterhin präventiv diese unterstützen, denn er könne sich noch gut an andere Zeiten erinnern. Gerade die kontinuierliche Arbeit trage hier ihre Früchte.  

Anschließend stand der gegenseitige Austausch unter Moderation von Gerlinde Fink und Jürgen Soldwisch vom Kreisjugendring Regensburg im Mittelpunkt. In einer ersten Runde gaben die Jugendbeauftragten aus den 14 Gemeinden einen ersten Einblick in die verschiedenen Themen, mit denen die jeweiligen Jugendbeauftragten befasst sind. Johann Urban berichtet über die neue Skaterbahn in Wiesent, die mit den Jugendlichen und Vätern errichtet wurde. Nach wie vor nicht gut besucht sei der Jugendtreff, dessen Öffnungszeit am Freitagabend sei und dadurch auch Konkurrenz durch das vielfache Vereinsangebot habe. Jasmin Handwerker berichtete aus Pfatter über die Arbeit in drei Jugendtreffs. Im nächsten Jahr soll ein neuer Treff eröffnet werden, da sich der Treff im Hauptort im Rathaus befindet. Jugendpflegerin Claudia Bäumler berichtete über ihre Arbeit in Laaber und Pettendorf, wo man auch um Nachwuchs kämpfe. Die Treffs am Freitagabend seien hingegen gut angenommen.

Sieglinde Spangler, Daniela Wohlmuth und Andres Hammer aus Deuerling berichten über erfolgreiche Aktionen im Jugendtreff und die Umsetzung des Skaterparks. Andreas Hammer sei einer der Jugendlichen, die von Klein auf im Jugendtreff angefangen haben und heute bereits als Aufsicht mitarbeitet. Beim  Jugend-Arbeitskreis sind 25 Jugendliche bei der Stange, mager wird’s hingegen bei den Erwachsenen. Derzeit bestreiten vier Erwachsene die Aufsicht und würden dringend um Unterstützung hoffen. „Wie bekommt man Eltern dazu, sich hier zu engagieren?“ Der Zulauf bei den Kindern ist mit 20 – 30 Kinder je auch groß. Stephanie Lichtenegger aus Alteglofsheim berichtet über Standortprobleme mit der Skaterbahn, die gebaut werden soll. Immer wieder gäbe es Beschwerden und Unterschriftenaktionen, sobald man meint, ein geeignetes Grundstück gefunden zu haben. Die Jugend werde an den Rand gedrängt. Angebote für Jugendliche gebe es überwiegend über Vereine.

Christiane Reinfrank und Wolf-Dieter Schäfer aus Köfering informieren über den Werdegang der Pfarrjugend zu einem Arbeitskreis Jugend und die durchgeführten Aktionen. Immer wieder gibt es Auffälligkeiten und Probleme mit Vandalismus, da ein Treff fehlt. „Zumeist zeichnen sich Probleme mit Kindern und Eltern schon im Kindergartenalter ab.“ Finden Jugendliche einen Arbeitsplatz, sind sie meist nicht mehr auffällig, so die Erfahrung der beiden. Johann Biener aus Thalmassing erzählte, dass man derzeit seitens der Gemeinde die Vereinsförderung neu ordnen wolle. Vom Kindergarten, Kinderhaus bis zum Kinderhort seien die Kinder gut aufgehoben. Ingrid Winklmeier aus Neutraubling betonte, dass die Stadt Neutraubling über eine hervorragende Infrastruktur für Jugendliche verfüge. Schwierig sei jedoch die Vermischung der Jugendlichen. Die Besucher des Jugendtreffs seien zu 90 Prozent mit Migrationshintergrund, andererseits nehmen diese das Angebot der Vereine kaum wahr.

Franziska Hoffmann und Eva Scheid aus Brunn machten zahlreiche Aktionen, u. a. wurde der Spielplatz gestaltet und hergerichtet. Bei einer Befragung von Jugendlichen zeigte sich, dass sich eher die Mädchen „unzufrieden“ mit dem Angebot zeigten. Melanie Sperl aus Aufhausen betreut selbst den Jugendtreff. Ohne Hilfe ist dies meist bei einer großen Anzahl von Kindern eine Herausforderung. Erstmals wurde ein Ferienprogramm mit den Vereinen angeboten, doch der Zulauf war noch nicht so prickelnd. Hildegard Schindler und Andrea von Lieven aus Wörth a. d. Donau bezeichneten den Jugendpfleger als großen Gewinn. Die Resonanz bei den Ferienangeboten sei sehr groß. Dieses werde aber kontinuierlich für zwei Wochen von früh bis mittags angeboten, damit die berufstätigen Eltern die lange Ferienzeit überbrücken können. Ferner werden Angebote für Flüchtlingskinder gemacht. Josef Schmidmeister und Robert Wachtveitl aus Lappersdorf berichteten über einen gut funktionierenden Jugendtreff, Angebote für Kinder beim Bürgerfest, viele Spielplätze, wobei weniger und besser ausgestatte Spielplätze von Vorteil wären. Auch in Lappersdorf werden Ferienprogramme gut angenommen und auch die Zeltfreizeit sei stets beliebt.

Andreas Lindinger, Jugendpfleger aus Nittendorf, berichtet über zahlreiche Angebote im Jugendtreff. Diese seien auch notwendig, da ein sehr hoher Migrationsanteil vorhanden ist. Vor allem Kinder und Jugendliche aus bulgarischen oder albanischen Herkunftsländern seien recht umgänglich und dankbar für das Angebot. Weniger besucht ist der Treff von deutschen Jugendliche. Positiv sei, dass der Bolzplatz ist jetzt wieder näher am Treff, was die Bürger am Anfang wenig begeisterte. Schwerpunkt ist die Integrationsarbeit. Beim anschließenden Austausch wurde über Möglichkeiten der Organisation von Ferienprogrammen beraten. Aus der Erfahrung der gut funktionierenden Ferienprogramme hat sich gezeigt, dass Eltern sich Angebote über eine ganze Woche wünschen und dabei auch eine umfassende Betreuung vom Frühstück bis Mittagessen gut ankommt. Notwendig ist die frühzeitige Bekanntgabe und Planung, damit die Eltern dies in ihre Urlaubspläne mit einbeziehen können. Eine Herausforderung bleibt die Integration: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gehen zwar in Sportvereine, meiden jedoch andere Vereine. Deutsche Kinder und Jugendliche meiden ebenfalls den Kontakt zu Jugendlichen mit fremdländischen Wurzeln. Integration müsse früher beginnen, sonst sei es zu spät, da Gruppenbildungen beginnen. Zudem wären vielerorts Angebote für Mädchen wünschenswert. Erfolgreich seien beispielsweise eine Zumbatanzgruppe in Nittendorf oder die Fußball-Mädchenmannschaft in Köfering. Das nächste Treffen ist für Mittwoch, 8. Juni 2016 geplant. In einem inhaltlichen Teil will man sich dann einen Einblick in die Medienwelt junger Leute verschaffen. ENDE