Beim jüngsten Jugendbeauftragtentreffen in Köfering referierte Alexandra Lins von der Medienfachberatung für den Bezirk Oberpfalz.

Landkreis. (gf) Beim kürzlich stattgefundenen Jugendbeauftragtentreffen des Kreisjugendringes in Köfering ging es inhaltlich um neue Medien. Die Medienbeauftragte des Bezirksjugendringes Oberpfalz, Alexandra Lins, referierte zum Thema „Jugendarbeit in sozialen Netzwerken“, das auch eine angeregte Diskussion über Nutzen aber auch Gefahren im Internet entfachte. Die stellvertretende Vorsitzende Gerlinde Fink dankte eingangs den Teilnehmern für Ihr Kommen, sowie der Gemeinde Köfering für die Einladung, insbesondere den beiden Jugendbeauftragten Christiane Reinfrank und Wolf-Dieter Schäfer für die Unterstützung. Köferings 1. Bürgermeister Klaus Schönborn begrüßte die Gäste ebenso herzlich und betonte in seinem Grußwort das gute Zusammenspiel der Jugendbeauftragten mit den Gemeinden. „Wir Bürgermeister wissen sehr wohl zu schätzen, was wir an Ihnen haben.“ Als Ansprechpartner für die Jugendlichen sind sie Mittler zu den Gemeinden und Impulsgeber für Vereine. Im Namen aller Bürgermeister dankte er den Jugendbeauftragten für ihre geleistete Arbeit, dessen Dank sich die stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendringes Regensburg gerne anschloss.

Im Mittelpunkt des Sommertreffens der Jugendbeauftragten steht immer ein inhaltlicher Teil, wozu man die Medienbeauftragte Alexandra Lins als Referentin gewinnen konnte. Seit Einführung von „facebook“, so die Medienreferentin, könne man sich vor Anfragen kaum mehr retten. Facebook, so Lins, polarisiere enorm: die einen lieben es, die anderen hassen es. Verteufeln bringt jedoch nichts, denn zum einen existiert facebook und für viele Jugendliche übt facebook eine große Faszination aus. Es ist ein vermeintlich „erwachsenenfreier Raum“. Wichtig sei vielmehr ein kompetenter Umgang für Kinder und Jugendliche und die Medienfachberatung für den Bezirk der Oberpfalz bemüht sich in zahlreichen Angeboten um einen kritischen Blick und das Know How beim Benutzen von web2.0, wie die neuen Medien allgemein bezeichnet werden.Lins informierte über die verschiedenen Angebote wie Skype, ICQ, die beide gerne zum „Reden“ benutzt werden. Facebook, localisten, jappy (deren Entwickler übrigens in Neutraubling sitzen und gerne auch den Besuch von Jugendgruppen ermöglichen) oder schülervz sind mehr unter „Beziehungspflege“ einzustufen. Generell sind 78 % der Jugendlichen bei facebook registriert. Deutschlandweit sind 24 Millionen dabei, weltweit 901 Millionen, Tendenz steigend. Die Beweggründe der Jugendlichen sind einfach: Sie wollen soziale Kontakte, facebook ist faszinierend, man will sich von Erwachsenen abgrenzen, man will dazugehören und natürlich gehört auch ein gewisser Wunsch nach Selbstdarstellung dazu. Mit verschiedenen Werbespots wurde auf Themen wie rechtliche Grundlagen, die Vorbildfunktion der Jugendbeauftragten, das Urheberrecht bei Fotos, auf den Datenschutz und auch die Möglichkeit einer Fan-Seite und deren rechtlichen Bestimmungen eingegangen und den Jugendbeauftragten hilfreiches Informationsmaterial an die Hand gegeben. Positiv, so Lins, sei es, dass die Jugendlichen mittlerweile immer kompetenter mit den neuen Medien umgehen und nicht mehr leichtfertig alle Geheimnisse preisgeben. Leider gibt es aber auch immer noch andere. Der Bezirksjugendring Oberpfalz bietet Praxisschulungen für Jugendliche ebenso an, wie für Verbände, Jugendzentren und Gemeinden. Für schulische Aufklärung gibt es sogenannte MIB’s, Medienpädagogisch-informationstechnische Berater - also Lehrer/innen mit Zusatzausbildung, die zur individuellen Beratung und zur Fortbildung für Lehrer, Eltern und Schüler, zur Verfügung stehen. Problematisch ist die Gruppe der 10- bis 12-jährigen, die eigentlich noch nicht bei facebook sein dürften. Sie gehören zu der gefährdetsten Gruppe, oftmals auch dadurch, dass sie sich sehr viel älter machen, als sie sind! In Ihrer Anonymität könnten sie sich dann auch niemanden anvertrauen. Wie Jugendbeauftragte damit umgehen sollen? Nicht befreunden, wenn man weiß, dass der Betreffende noch nicht 13 ist, aber durchaus das Gespräch suchen. Im Rahmen des Jugendbeauftragtentreffens wurde kontrovers über das Phänomen „Facebook“ diskutiert. Mintrachings Bürgermeister Kurt Senft, der dem ganzen Hype nichts abgewinnen kann, gab zu Bedenken, dass sich Jugendliche in dieser medialen Welt abschotten. Dies konnte Lins nicht bestätigen: Die Jugendlichen hätten deswegen genauso reale Kontakte und Freunde, zudem unterscheiden Jugendliche nicht zwischen dieser und der anderen „Welt“. Nach einer angeregten, wenn auch harmonischen Diskussion dankte Gerlinde Fink abschließend der Gemeinde Köfering für die Ausrichtung des Jugendbeauftragtentreffens und lud zum nächsten Treffen am 28. November ein, wobei der Erfahrungsaustausch wieder im Mittelpunkt stehen soll.                                                                          ENDE