Jugendbeauftragte tauschen ihre Erfahrungen aus

Herausforderungen wurden diskutiert - Kreisjugendring Regensburg lud ein

Landkreis/Köfering. (gf) In Köfering fand am Dienstag das Jugendbeauftragten statt. Zu diesem Treffen lädt seit vielen Jahren der Kreisjugendring Regensburg ein.  Das Herbsttreffen dient den Jugendbeauftragten vor allem dem Erfahrungsaustausch und um neue Anregungen oder Ideen für ihre Arbeit in den Kommunen mitzunehmen. Dank galt der Gemeinde Köfering für ihre Gastfreundschaft.

Zu einem Stück Jugendkultur im Landkreis Regensburg gehört das Novembertreffen der Jugendbeauftragten, bei dem die alljährlichen Erfahrungen thematisiert werden. So trafen sich die Jugendbeauftragten des Landkreises Regensburg am Dienstag in Köfering, wo man bei der Feuerwehr zu Gast war. Bürgermeister Armin Dirschl hieß hierzu gut ein Dutzend Jugendbeauftragte aus dem gesamten Landkreis willkommen und betonte, wie wichtig gute Jugendarbeit sei. Die geleistete Arbeit der Jugendbeauftragten könne man gar nicht hoch genug einschätzen, so der Bürgermeister. Kreisjugendamtsleiter Werner Kuhn, den Gerlinde Fink vom Kreisjugendring Regensburg ebenso herzlich begrüßte, betonte, wie bereichernd dieses Treffen für ihn sei. Es runde das Bild in der Jugendarbeit ab und lenke auch einen positiven Blick auf die Jugend. Zugleich ermögliche es ihm auch einen Blick in die vielfältigen Aufgaben eines Jugendbeauftragten.

Aufgrund einiger kurzfristigen Absagen diskutierte man verschiedene Aufgaben und Erfahrungen in einem kleineren und damit sehr familiären und offenen Kreis. In einer ersten Runde bat die Moderatorin und stellvertretende KJR-Vorsitzende Gerlinde Fink um einen kurzen Bericht aus den einzelnen Gemeinden. Christiane Reinfrank und Wolf-Dieter Schäfer sind seit 14 Jahren Jugendbeauftragte in Köfering und unterstützen verschiedene Jugendgruppen, organisieren Vier-Tagesfahrten und begleiten auch verschiedene Jugendveranstaltungen aktiv. Auch schon viele Jahre ist Melanie Sperl in Aufhausen Jugendbeauftragte. Seit einigen Jahren kümmert sie sich um den Jugendtreff, wo sie 14-tägig eine Gruppenstunde mit verschiedenen Aktivitäten anbietet. Von den Jüngeren sehr beliebt und stark frequentiert nähmen die älteren Jugendlichen das Angebot derzeit allerdings wenig an.

Ganz neu in der Runde war die 17-Jährige Kathi Wein aus der Gemeinde Brunn, die sich als „Neuling“ interessiert die Aktivitäten ihrer Kollegen anhörte. Sie suche noch nach Ideen für einen Jugendtreff. Ihr ist besonders wichtig, den Jugendlichen ein Gemeinschaftsgefühl und Heimatbewusstsein zu wecken. Gut verwoben sei sie in der Feuerwehr, wo sie schon eine Jugendgruppe mit 25 Kindern mit aufbaute. Als „armes“ Mintraching bezeichnete Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank ihre Gemeinde, da es ihr nicht gelang, jemanden für das Amt des Jugendbeauftragten zu finden. Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen heraus übernahm sie selbst das Amt, aber betonte, auch weiterhin auf der Suche zu sein. Wie wichtig der Gemeinde die Jugendarbeit sei, zeigen die vielen Bemühungen und Pläne. So ist beispielweise ein neuer Jugendraum in Planung, den auch die Vereine nutzen können, zudem wird man sich mit eigenem Personal noch viel intensiver um die Jugendarbeit kümmern. Da die Vereine, in denen die Jugendarbeit sehr gut läuft, allerdings die offene Jugendarbeit immer noch als Konkurrenz sehen, wurde zur Wertschätzung ihrer Arbeit auch eine Jugendförderung eingeführt.

Bestens aufgestellt in Sachen Jugendarbeit ist die Stadt Wörth, wie Stadträtin Hildegard Schindler ausführte. Den seit 2014 errichteten Jugendtreff sowie die tollen Angebote des Jugendpflegers sind dafür verantwortlich. Besonderes Interesse zeigten die Anwesenden an dem Ferienangebot. „Mit den Vier-Tagesfahrten und Sommerferienprogramm können wir fast die ganzen Sommerferien mit einer Betreuung abdecken.“ Hier zeige sich natürlich auch der Unterschied zu den städtischen Aufgaben, die auch Ingrid Winklmeier aus Neutraubling bestätigen konnte. Die Stadträtin gab einen kurzen Einblick in die Dimensionen in der Stadt Neutraubling, in der auch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund leben. Doch auch neben dem Jugendtreff mit eigenem Personal gäbe es unzählige Vereine in der Stadt, die hervorragende Jugendarbeit leisten. Sogenannte „Problemjugendliche“, die sich nirgends integrieren lassen, tauchen immer wieder periodenweise auf. Gerade der neu gestaltete Kirchplatz ist hier ein „Brennpunkt“ und wirft auch schon Schatten auf den neu geplanten Stadtpark.

Stark ländlich geprägt sei die Jugendarbeit in Riekofen und Taimering, wie Clemens Meßner berichtete. Diese werden gänzlich in den Vereinen geleistet. Aus Brennberg berichtete auch die Jugendbeauftragte Olga Wanninger von einem umfangreichen Angebot durch die Vereine. Gut frequentiert sei der Jugendtreff durch die jüngeren Teilnehmer, doch auch hier ist ein starker Rückgang der Besuche durch Jugendliche zu verzeichnen. Nachfolgend wurde noch angeregt über verschiedene Vereinsfeste diskutiert. Ein Jugendschutzbeauftragter sei – so die einstimmige Meinung – ein absolutes Muss bei Vereinsaktivitäten. Durch eine positive Vorbildfunktion älterer Jugendlicher bzw. von erwachsenen Vereinsmitgliedern könne dem Missbrauch von Alkohol entgegengesteuert werden.

Diskutiert wurde auch die Gewinnung junger Gemeinderäte oder junger engagierter Leute für das Amt einer oder eines Jugendbeauftragten, was in einigen Gemeinden schwierig sei. Beim nächsten Jugendbeauftragtentreffen, zu dem die Jugendbeauftragte Hildegard Schindler nach Wörth Ende Mai einlud, soll entweder die Thematik der Kinderarmut oder die Verschuldung von Jugendlichen behandelt werden. Mit einem herzlichen Dank an alle Jugendbeauftragten für Ihren Einsatz und insbesondere an Christiane Reinfrank und Wolf-Dieter Schäfer sowie die Gemeinde Köfering für die Ausrichtung des Treffens endete die interessante Veranstaltung.

 

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