Landkreis Regensburg: Über einen guten Besuch durfte sich der Kreisjugendring Regensburg freuen, der zur Herbstvollversammlung zur Wasserwacht nach Regensburg eingeladen hatte. Neben dem Jahresbericht und der Jahresplanung wurde der Dorfjugend Geisling das Vertretungsrecht zugesprochen. Thomas Witzgall von der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Oberpfalz/Niederbayern informierte anschließend über die rechtsextreme Szene.

Patrick Skrowny durfte zur Herbstvollversammlung den Keisrat Josef Weitzer, den Kreis- und Bezirksrat Thomas Gabler, Kreisjugendamtsleiter Karl Mooser, sowie die Vorsitzende des Bezirksjugendrings Lisa Prasser und Philipp Seitz vom Standjugendring neben weiteren Gästen und 28 Delgierten begrüßen. Sein herzlicher Dank ging an die Wasserwacht Regensburg für ihre Gastfreundschaft. Josef Weitzer bestellte den Dank und die Grüße der Landrätin und betonte die gute und harmonische Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring. Auch Kreisjugendamtsleiter Karl Mooser dankte den Jugendverbänden für Ihre Leistungen der vergangenen Jahre und lobste vor allem die gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung des erweiterten Führungszeugnisses. Er sei sich gewiss, dass nach den jüngsten Vorfällen sich auch die jüngsten Zweifler anschließen werden.

Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit wurden sowohl Protokoll als auch die Tagesordnung einstimmig genehmigt. Anschließend stellte Tobias Böhm die Dorfjugend Geisling e.V. vor, die die Aufnahme in den Kreisjugendring beantragte. Das Vertretungsrecht wurde einstimmig eingeräumt. Es folgte die Vorstellung des Jahresberichts sowie die Jahresplanung für 2015, die Geschäftsführer Jürgen Soldwisch vortrug. Soldwisch erinnerte an durchgeführten Jugend- und Mitarbeiterschulungen, aber auch an die gute Nachfrage bei den Jugendfahrten. So hätten die Plätze nach Salzburg nicht gereicht, und auch bei den schulbezogenen Maßnahmen bestünde große Nachfrage. Für 2015 ist eine Tagesfahrt nach München und eine Studienfahrt nach Berlin und Potsdam anberaumt, wobei er riet, dass sich Interessenten baldmöglichst anmelden möchten. Als Haushaltsmittel wurden 2014 68.000 Euro vom Landkreis gewährt und auch für 2015 wurden adäquate Mittel angefragt. Die Jahresplanung 2015 wurde dann einstimmig beschlossen.

Bevor der Vorsitzende an den Referenten übergab, dankte er den neuen Landrätin Tanja Schweiger, sowie allen Kreisräten für die Förderung der Jugendarbeit. Sein Dank ging auch an die Geschäftstelle, den Mitarbeitern der Vorstandschaft sowie allen Jugendverbänden für die geleitete Arbeit. Im Anschluss gab Thomas Witzgall von der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus Oberpfalz/Niederbayern einen Einblick in die rechtsextreme Szene und ihre führenden Köpfe. Noch vor vier Jahren war gerade im Raum Oberpfalz ein Hot-Spot und es wurden viele Veranstaltungen abgehalten. Das undurchsichtige Geflecht des Freien Netztes Süd , kurz FNS, wurde nach internen Streitigkeiten und durch die im Juli 2013 durchgeführte Großrazzia, das in eine noch laufende Verbotsklage führte, zerschlagen. Bereits während der Vorbereitung der Verbotsklage jedoch gründeten sich außerhalb von Bayern im süddeutschen Raum die Gruppe „Dritter Weg“, einem Auffangbecken der Aktivisten des FNS. Lokale Gruppen wurden bereits im ostbayerischen Raum gegründet und derzeit wird vermutet, dass sich die Aktivitäten mehr nach innen richten und weniger die Öffentlichkeit gesucht wird.

Witzgall betonte, dass es derzeit zwar eine ruhige Phase gibt, doch die Gefahr aufgrund alter und neuer Akteure sowie ausreichend Themen sei keinesfalls gebannt. Auf Nachfrage der Delegierten betonte Witzgall, dass die treibenen Kräfte vermehrt auf die Nutzung sozialer Netzwerke setzen und so versuchen an Jugendliche heranzukommen. Zugenommen haben nach Ansicht von Witzgall sogenannte „Nachrichtenseiten“. Hierbei werden auf den ersten Blick „Nachrichten“ verbreitet, die erst auf den zweiten Blick rechtsextreme Themen beinhalten. Schon längst der Vergangenheit gehören indessen Springerstiefel und Glatzkopf. Die Kleidung ist längst angepasst und die rechte Einstellung – wenn überhaupt von außen – nur durch Aufnäher oder Abzeichen erkennbar. Normale Alltagskleidung vom Sweatshirt bis zu den Turnschuhen und selbst Anzüge haben längst Einzug gehalten. Ansonsten sind Neonazis äußerlich kaum mehr zu unterscheiden.

Aschließend präsentierte der Vorsitzende Patrick Skrowny noch die Juleica-Kampagne des Bayerischen Jugendringes mit Werbematerial und Werbespot, wobei die Delegierten und Anwesenden beim Feedback-Zettel auch Wünsche und Anregungen für das Antragsverfahren melden durften. Bezirksrat Thomas Gabler dankte abschließend insbesondere dem KJR-Vorsitzenden Skrowny für seine Arbeit und Hilfsbereitschaft. Die Frühjahrsversammlung findet am 16. März 2015 statt.

Foto: Fink

Thomas Witzgall informierte über die rechtsextreme Szene beim Kreisjugendring Regensburg im voll besetzen Schulungsraum der Wasserwacht

 

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