Demokratie wagen - Spurensuche in der Hauptstadt

Orte in Berlin sind das Ziel junger Regensburger zu Themen aus der Geschichte und Politik

 

Regensburg / Berlin. „Berlin ist eine Reise wert!“ Mit 27 jungen Leuten zwischen 15 und 18 Jahren und Betreuern besuchte die Sportjugend über siebzig Jahre nach Kriegsende und mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall die Hauptstadt.

 

Die geschichtliche und politische Informationsfahrt bot für viele der jungen Leute erstmals den Blick auf aus Zeitung oder Fernsehen bekannte Orte. Nicht nur Brandenburger Tor oder Reichstag, sondern auch ein Besuch der Gedenkstätten in Hohenschönhausen und der Bernauer Straße mit einer Führung und zwei Zeitzeugengesprächen standen auf dem Programm.

 

Die freie Jugendarbeit war in der DDR verpönt und alle jungen Leute sollten in den DDR-Jugendorganisationen mitmachen. Alles war gleichgeschaltet!

Eine Mauer trennte die DDR und die BRD. Die Mauer fiel 1989 – weit vor der Geburt der jugendlichen Teilnehmer. Diese konnten sich nach den Besuchen der beiden Gedenk- und Erinnerungsstätten einen Eindruck verschaffen, wie das Leben in den beiden deutschen Staaten war. Nur in der Hauptstadt lässt sich auf einmalige Weise die deutsche Geschichte erlebbar machen – in dem Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen und in der begehbaren Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße. Die Zeitzeugen schilderten an ihrer eigenen persönlichen Geschichte, wie kritische, junge Leute mundtot gemacht wurden und im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen landeten.

 

Aber auch die Geschichte des 3.Reiches und die unmittelbare Zeit im Nachkriegsdeutschland mit dem kalten Krieg wurden im Fichtebunker erlebbar gemacht. Hierzu gab es eine zweistündige Führung in einem Bunker, der jahrelang verschüttet war und nun wieder begehbar gemacht wurde.

Während des Bombenkriegs, der stetig an Heftigkeit zunahm, fanden sich immer mehr Menschen im Bunker ein. Nach Berichten der Luftschutzwarte hielten sich bei dem Luftangriff in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 1945 etwa 30.000 Menschen im Fichtebunker auf. Das „Tausendjährige Reich“ endete für die Insassen des Bunkers mit der Einnahme durch sowjetische Truppen am 27. April 1945 – also schon einige Tage vor der Kapitulation Berlins am 2. Mai 1945.

 

Den Höhepunkt für die Gruppe, die von Philipp Seitz (Vorsitzender des Stadtjugendrings) und Detlef Staude (Vorsitzender der Sportjugend) geleitet wurde, war der ganztägige Besuch des Bundestages auf Einladung des Regensburger Bundestagsabgeordneten Philipp Graf Lerchenfeld. Wie funktioniert in Deutschland Demokratie? Welche Aufgaben hat der Bundestag? Was macht ein Bundestagsabgeordneter? Diese Fragen wurden hier behandelt – auch in Hinblick auf die Geschichte Deutschlands.

„Mit der Fahrt wollen wir Toleranz und Demokratie fördern“, so Staude und Seitz.

Trotz des dichten Programmes gab es auch noch genügend Freizeit für die 15 bis 17jährigen Jugendlichen, die sich alle schon ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagieren – beispielsweise als Clubassistenten, als Junior-Trainer in Vereinen oder als Helfer bei Vereinsveranstaltungen.

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