Informationsfahrt  in die Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt

Geschichte der DDR beleuchtet - Bericht von Detlef Staude

 

Mit Unterdrückung und Widerstand während der SED-Diktatur beschäftigten sich Jugend- und Gruppenleiter  bei einer zweitägigen Fahrt nach Erfurt. Ziel war die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße mit einer Führung. Kathrin Schunke erläuterte dabei die traurige Geschichte des Gebäudes. Dieses war eine Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Mehr als 5000 Menschen wurden hier inhaftiert, weil sie sich dem kommunistischen Regime widersetzt hatten. Zu DDR-Zeiten stand es für willkürliche Staatsmacht und Geheimpolizei.

Doch am 4. Dezember 1989 triumphierte die Freiheit und das Haus wurde zum Schauplatz revolutionärer Veränderungen: Erfurterinnen und Erfurter besetzen die »Stasi«-Zentrale in der Andreasstraße – es war die erste Aktion dieser Art in der DDR.

Seit 2002 stand die »Andreasstraße« leer. Der Gebäudekomplex verfiel. Als 2004 das Gerücht aufkam, der Abriss stehe bevor, reagierten viele Bürger mit Empörung. Forderungen nach einer Gedenkstätte wurden laut. Ehemalige politische Häftlinge begannen mit Führungen durch das Haftgebäude. Bei der Thüringer Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen schlossen sie sich 2005 zur »Arbeitsgemeinschaft der Zeitzeugen« zusammen. Hieraus ging Freiheit e.V. hervor. Der Verein gründete sich am 17. März 2007 in der kleinen Synagoge in Erfurt. Das Engagement, Besetzung des Gebäudes und Veranstaltungen für die Errichtung einer Gedenkstätte fanden, in den teils internationalen Medien, ein großes Echo. Dies mündete schließlich in eine Kooperation mit der »Stiftung Ettersberg«, welche seit 2012 Trägerin der »Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße« in Erfurt ist. Heute ist der Verein Freiheit mit seiner Geschäftsstelle in der Gedenk- und Bildungsstätte fest verankert.

Der stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings und Organisator Detlef Staude zog ein sehr positives Fazit der Fahrt. „Wir wollen an dem Thema dranbleiben!“ So sind im kommenden Jahr Zeitzeugengespräche in Regensburg geplant und eine Fahrt nach Bautzen.

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